Achillessehnenriss
Achillessehnenriss – wenn die stärkste Sehne reißt
Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers. Sie verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und spielt eine zentrale Rolle bei Bewegungen wie Gehen, Laufen oder Springen. Dabei ist sie täglich enormen Zugbelastungen ausgesetzt – besonders im Sport.
Ein Achillessehnenriss (Ruptur) entsteht meist plötzlich, häufig beim Sprintstart, Absprung oder abruptem Richtungswechsel. Auslöser können eine kräftige Abstoßbewegung, ein direkter Schlag gegen die Ferse oder eine vorgeschädigte Sehne sein – etwa durch Überlastung, altersbedingten Verschleiß oder Cortisoninjektionen.
Besonders anfällig ist das mittlere Drittel der Sehne, das vergleichsweise schwach durchblutet ist. In manchen Fällen reißt die Sehne sogar ohne ersichtliches Trauma, etwa beim ersten Schritt nach längerer Inaktivität.
Symptome
Ein Achillessehnenriss äußert sich meist sehr plötzlich und eindeutig.
Schmerzen
Plötzlicher stechender Schmerz im Bereich der Ferse oder unteren Wade
Verlust der aktiven Fußstreckung
Stehen auf den Zehenspitzen ist nicht mehr möglich
Schwellung und Bluterguss
Im Bereich der Ferse oder unteren Wade kommt es oft zu Schwellungen und einem Bluterguss, da umliegende Blutgefäße mitverletzt werden können
Behandlungsmöglichkeiten bei Achillessehnenriss
Die Behandlung eines Achillessehnenrisses richtet sich nach dem Alter, dem Aktivitätsniveau, dem Abstand zwischen den gerissenen Sehnenenden und dem allgemeinen Gesundheitszustand.
Therapieoptionen
Konservativ und operativ – wir finden den passenden Weg
Ruhigstellung in speziellen Orthese
Ruhigstellung des Fußes in einer speziellen Orthese (z. B. Vacoped) in Spitzfußstellung
Mobilisierung unter physiotherapeutischer Anleitung
Die frühfunktionelle Mobilisierung erfolgt unter physiotherapeutischer Anleitung, um Beweglichkeit und Muskelkraft gezielt wieder aufzubauen.
Minimalinvasive Nahttechnik
Die Sehne wird über kleine Hautschnitte mit Spezialinstrumenten genäht. Vorteile sind geringere Narbenbildung, weniger Weichteiltrauma und meist schnellere Wundheilung
Offene Nahttechnik
Über einen direkten Zugang wird die Sehne vollständig freigelegt und vernäht – besonders geeignet bei komplexen Rissen oder schlechter Sehnenqualität.
Sehnentransfer bei degenerativer Ruptur oder altem Riss
Wenn die Achillessehne stark vorgeschädigt ist oder ein älterer Riss nicht mehr direkt vernäht werden kann, wird die fehlende Sehnenfunktion durch einen Sehnentransfer ersetzt. Dabei wird eine benachbarte Sehne – meist der Großzehenbeuger (Flexor hallucis longus) – auf die Achillessehne übertragen, um die Kraftübertragung auf das Fersenbein wiederherzustellen.
Häufige Fragen zum Achillessehnenriss
Wie merke ich, ob meine Achillessehne gerissen ist?
Kann ich mit gerissener Sehne noch laufen?
Muss ein Achillessehnenriss immer operiert werden?
Wie lange dauert die Heilung?
Wann darf ich wieder Sport treiben?
Unsere Fuß-Experten
Erfahrene Spezialisten für Achillessehnenriss und Fußchirurgie