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HAMMERZEHE - DIGITUS MALLEUS

Wenn sich die Zehe dauerhaft krümmt

Die Hammerzehe ist eine häufige Zehenfehlstellung, bei der das PIP-Gelenk (proximales Interphalangealgelenk) der zweiten bis vierten Zehe in Beugestellung fixiert ist. Gleichzeitig zeigt das Grundgelenk (MTP-Gelenk) oft eine Überstreckung, wodurch sich das typische hammerartige Erscheinungsbild ergibt.

Im weiteren Verlauf kann die Fehlstellung rigide werden, das heißt, sie ist nicht mehr passiv korrigierbar. Ohne Behandlung kommt es häufig zu sekundären Problemen wie Schwielen, schmerzhaften Druckstellen oder Schuhkonflikten.

Wie entsteht ein Hammerzehe?

Die Entstehung einer Hammerzehe beruht meist auf einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Sowohl mechanische Überlastung als auch anatomische oder genetische Ursachen können das Gleichgewicht der Zehenmuskulatur stören und zu einer dauerhaften Fehlstellung führen.

  • Ein Ungleichgewicht zwischen Beuge- und Strecksehnen führt zur Fehlstellung der Zehe
  • Degenerative oder traumatische Veränderungen schädigen die Gelenkmechanik
  • Eine familiäre Veranlagung begünstigt die Entstehung der Hammerzehe
  • Enge oder spitze Schuhe verursachen chronischen Druck auf die Zehen
  • Fehlstellungen wie Hallux valgus oder Spreizfuß verlagern die Belastung auf die Kleinzehen

Symptome

Die Symptome einer Hammerzehe entwickeln sich meist schleichend und betreffen vor allem das mittlere Zehengelenk. Je nach Ausprägung kann die Fehlstellung zu schmerzhaften Druckstellen und funktionellen Einschränkungen führen – besonders beim Tragen von Schuhen

Druckschmerz

Lokalisierter Druckschmerz über dem dorsalen Aspekt des PIP-Gelenks

Clavus (Hühnerauge)

Bildung von Clavus (Hühnerauge) oder Schwielen bei Schuhkontakt

Bewegungseinschränkung

Die betroffene Zehe lässt sich nur eingeschränkt oder gar nicht mehr aktiv strecken.

Behandlung der Hammerzehe

Die Behandlung des Hallux valgus richtet sich nach dem Schweregrad der Fehlstellung, den individuellen Beschwerden sowie dem Alter und den Alltagsanforderungen der Patientin oder des Patienten. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, das Fortschreiten der Fehlstellung zu verhindern und – falls notwendig – die Stellung der Großzehe funktionell und anatomisch wiederherzustellen.

Therapieoptionen

Konservativ und operativ – wir finden den passenden Weg

Konservativ

Fußgerechtes Schuhwerk

Schuhe mit breiter Zehenbox, flacher Sohle und weichem Obermaterial vermindern den Druck auf das gekrümmte Gelenk.

Konservativ

Polster und Druckschutz:

Weiche Ringpolster, Silikonröhrchen oder Hühneraugenpflaster entlasten gereizte Hautareale und beugen Druckstellen vor.

Konservativ

Individuelle Einlagenversorgung

Bei begleitendem Spreizfuß oder Hallux valgus helfen orthopädische Einlagen, die Druckverteilung im Vorfuß zu verbessern und die Biomechanik zu stabilisieren.

Konservativ

Physiotherapie

Gezielte Übungen stärken die kleinen Fußmuskeln (z. B. M. lumbricales, M. interossei) und verbessern die motorische Kontrolle der Zehen.

Operativ

Sehnenverlagerung oder -verlängerung

Bei noch teilflexibler Fehlstellung kann die lange Beugesehne (M. flexor digitorum longus) nach dorsal verlagert oder verlängert werden. Ziel ist es, das muskuläre Ungleichgewicht auszugleichen und die Zehe zu begradigen.

Operativ

Arthroplastik nach Hohmann

Bei rigider Hammerzehe wird ein Teil des PIP-Gelenks (i. d. R. das Grundgliedköpfchen) entfernt, sodass sich das Gelenk wieder strecken lässt. Die Zehe bleibt meist beweglich, oft wird ein temporärer Draht zur Stabilisierung eingelegt.

Operativ

Weil-Osteotomie

Diese Methode wird bei stärkerer Fehlstellung oder zusätzlicher Belastung des Köpfchens angewendet. Sie korrigiert die Längs- und Achsstellung des Knochens und kann Schmerzen unter dem Vorfuß (Metatarsalgie) mitbehandeln.

Operativ

Arthrodese des PIP-Gelenks

Bei stark ausgeprägter Fehlstellung oder sekundärer Arthrose erfolgt eine Versteifung des mittleren Zehengelenks in funktioneller Stellung. Hierbei werden die Gelenkflächen entfernt und mit einem Draht, einer Schraube oder einem Implantat stabil fixiert. Ziel ist eine schmerzfreie, korrigierte Zehenachse.

Operativ

Kombinierte Vorfußkorrektur

Häufig tritt eine Hammerzehe in Kombination mit einem Hallux valgus oder Spreizfuß auf. In diesen Fällen wird die Operation in ein übergeordnetes Behandlungskonzept eingebettet, um die gesamte Fußstatik zu korrigieren und Rezidive zu vermeiden.

Häufige Fragen zur Hammerzehe

Wie erkenne ich eine Hammerzehe?
Typisch ist eine gekrümmte Zehe mit einem auffälligen Druckpunkt über dem mittleren Gelenk. Schmerzen, Schwielen oder Hühneraugen bei Belastung und eingeschränkte Beweglichkeit sind häufige Hinweise.
Kann sich eine Hammerzehe von selbst zurückbilden?
Nein. Eine einmal entstandene strukturelle Fehlstellung bleibt in der Regel bestehen und kann sich im Verlauf verschlechtern – eine spontane Rückbildung ist nicht zu erwarten.
Sind hohe oder enge Schuhe schuld?
Sie gelten als wesentlicher Risikofaktor, vor allem bei genetischer Veranlagung oder bestehender Fußfehlstellung. Sie können die Entstehung oder Verschlimmerung einer Hammerzehe deutlich begünstigen.
Muss jede Hammerzehe operiert werden?
Nein. Solange die Fehlstellung noch flexibel ist und keine starken Beschwerden verursacht, kann eine konservative Therapie mit Schuhanpassung, Polsterung und Physiotherapie ausreichend sein.
Wie lange dauert die Heilung nach der OP?
Die Heilungszeit beträgt in der Regel 4–6 Wochen. In dieser Zeit wird ein spezieller Vorfußentlastungsschuh getragen, anschließend erfolgt eine schrittweise Belastungssteigerung.

Unsere Fuß-Experten

Erfahrene Spezialisten für Hammerzehe und Fußchirurgie