HINTERE KREUZBANDPLASTIK
Methode
Arthroskopische Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandes
Dauer
90 bis 120 Minuten
Erholungszeit
9 bis 12 Monate
Hintere Kreuzbandplastik
Die hintere Kreuzbandplastik ist ein komplexer rekonstruktiver Eingriff bei Rupturen des posterioren Kreuzbandes (PCL) Das PCL ist für die Stabilisierung der Tibia gegenüber dem Femur in posteriorer Richtung verantwortlich und stellt eine essenzielle Struktur zur biomechanischen Integrität des Kniegelenks dar.
Verletzungen des hinteren Kreuzbandes treten häufig in Folge von Verkehrsunfällen oder sportlichen Traumen auf (z. B. Dashboard Injury) und können unbehandelt zu chronischer Instabilität und Folgeschäden wie Gonarthrose führen. Bei der Operation wird meist eine autologe Transplantatsehne (z. B. Quadrizeps- oder Patellarsehne) arthroskopisch eingebracht.
Ablauf der Operation
Die Operation erfolgt minimalinvasiv unter arthroskopischer Kontrolle. Nach Präparation der femoralen und tibialen Bohrkanäle wird das Sehnentransplantat über einen sogenannten "transportal" oder "outside-in" Zugang eingebracht. Für die Fixation kommen moderne Implantate wie Interferenzschrauben oder kortikale Buttons zum Einsatz. Ziel ist die anatomische Rezentrierung der Tibia unter physiologischer Spannung.
- Anatomische Platzierung der Bohrkanäle (PCL-Footprint)
- Stabile Fixation bei reduzierter posteriorer Translation
- Optionale Zusatztechniken: Anterolaterale Augmentation, Double-Bundle-Technik
Rehabilitation nach PCL-Rekonstruktion
Die Nachbehandlung nach PCL-Rekonstruktion ist besonders sorgfältig zu planen, um eine Überdehnung des Transplantats zu vermeiden. Eine zu frühe oder zu starke Belastung kann den Therapieerfolg gefährden.
Phase I (0–6 Wochen): Schutzphase
- Knieorthese in 0–30° Flexion, Lagerung mit Posterior Support
- Teilbelastung mit 10–15 kg, keine aktive Beugung gegen Schwerkraft
- CPM-Schiene (kontinuierliche passive Bewegung)
- Kühlung, Lymphdrainage, isometrische Quadrizepsaktivierung
Phase II (6–12 Wochen): Mobilisierung und Muskelaufbau
- Schrittweise Steigerung der Beugung bis 90°
- Progressive Belastung, erste aktive Übungen ohne Widerstand
- Gleichgewichtstraining und propriozeptive Reize
- Vermeidung posteriorer Tibiatranslation (z. B. Hamstring-Curls)
Phase III (ab Woche 12): Funktionelle Integration
- Aufbau von Kraft, Koordination und Ausdauer
- Sportartspezifisches Training nach ca. 6 Monaten
- Return-to-Sport-Tests zur individuellen Freigabe
Unsere PCL-Experten
Erfahrene Spezialisten für hintere Kreuzbandplastik und Kreuzbandchirurgie