HEMISCHULTERPROTHESE
Methode
Implantation einer Hemiprothese – Ersatz des Oberarmkopfs
Dauer
60 bis 90 Minuten
Erholungszeit
6 bis 12 Wochen
Was ist eine Hemischulterprothese?
Bei der Hemischulterprothese (auch Hemiprothese genannt) wird lediglich der Oberarmkopf (Humeruskopf) durch eine künstliche Komponente ersetzt, während die Gelenkpfanne (Glenoid) erhalten bleibt. Dieses Verfahren kommt insbesondere bei isolierten Humeruskopfnekrosen oder bei Frakturen zum Einsatz, bei denen die Glenoidstruktur intakt ist.
Indikationen für eine Hemiprothese
- Humeruskopfnekrose bei intakter Pfanne
- Komplexe Oberarmkopffrakturen (z. B. 3- oder 4-Fragmentfraktur)
- Degenerative Veränderungen ausschließlich des Humeruskopfes
- Frakturbedingte Zerstörung des Oberarmkopfes bei erhaltener Rotatorenmanschette
Ablauf der Operation
- Vollnarkose oder Regionalanästhesie
- Vorderer Zugang zur Schulter (deltoideo-pectoraler Zugang)
- Resektion des geschädigten Humeruskopfs
- Anpassung und Verankerung der Prothese im Humerusschaft (zementfrei oder zementiert)
- Rekonstruktion der Rotatorenmanschette, falls erforderlich
Rehabilitation nach Hemischulterprothese
Phase I (0–3 Wochen): Ruhigstellung und passive Mobilisation
- Tragen einer Schulterorthese oder Armschlinge für ca. 3 Wochen
- Passives Bewegen in flexiblen Bewegungsgrenzen (z. B. Elevation bis 90°)
- Schmerzmanagement, Lymphdrainage, Kältetherapie
Phase II (4–8 Wochen): Steigerung der Mobilität
- Aktiv-assistives Training unter physiotherapeutischer Anleitung
- Beginn der Kräftigung der Schultermuskulatur
- Stabilisierung und Beweglichkeitstraining
Phase III (ab Woche 9): Alltagsfunktion und Belastbarkeit
- Steigerung der aktiven Beweglichkeit (Ziel: >120° Elevation)
- Wiedereinstieg in leichte Alltagsaktivitäten und ggf. berufliche Belastung
- Sportliche Belastung (z. B. Schwimmen, Radfahren) nach Rücksprache