BANKART-OPERATION
Methode
Arthroskopische Stabilisierung nach vorderer Schulterluxation
Dauer
ca. 60 Minuten
Erholungszeit
3 bis 6 Monate
Was ist eine Bankart-Operation?
Die Bankart-Operation ist ein arthroskopisches Verfahren zur Behandlung einer vorderen Schulterinstabilität, meist nach mehrfacher Luxation (Ausrenkung). Dabei wird der abgerissene Kapsel-Labrum-Komplex an der Gelenkpfanne (Glenoid) wieder befestigt, um die physiologische Stabilität des Schultergelenks wiederherzustellen.
Indikationen für eine Bankart-OP
- Rekurrente vordere Schulterluxationen
- Labrumabriss (Bankart-Läsion) nach Trauma
- Schulterinstabilität trotz konservativer Therapie
- Sportlich aktive Patienten mit hohem Risiko für Rezidive
Ablauf der Operation
- Arthroskopische Operation in Vollnarkose
- Inspektion des Schultergelenks und Darstellung der Bankart-Läsion
- Mobilisierung und Refixation des Labrums an der Gelenkpfanne mittels Nahtankern
- Zusätzliche Kapselraffung bei Hyperlaxität möglich
- Minimale Weichteilschädigung und schnelle Wundheilung
Rehabilitation nach Bankart-Operation
Phase 1: Schutz & passive Mobilisation (0–3 Wochen)
Ziele
- Schutz der rekonstruierten Labrum-/Kapselstruktur
- Schmerz- und Schwellungsreduktion
- Erhalt der Beweglichkeit im sicheren Bereich
Maßnahmen
- Abduktionskissen: 24 h/Tag für 5-6 Wochen
- Passive Bewegungen (durch Therapeut/in / Motorschiene): Flexion bis 60°, Abduktion bis 60°, Außenrotation in Neutralstellung 0°
- Isometrische Übungen (schmerzfrei): Schulterblattstabi (Scapula Setting), Isometrie IR/ER, Flex/Ext
- Kein aktives Heben des Arms über Schulterhöhe
- Kein Zug/Rotationsstress nach außen
Phase 2: Übergang zu aktiver Mobilität (6-8 Wochen)
Ziele
- Wiederherstellung der aktiven Bewegung
- Beginn funktioneller Stabilität
- Erhalt der Integrität des Repairs
Maßnahmen
- Abduktionskissen reduzieren, ab Woche 7
- Aktive-assistive → aktive Bewegungen: Flexion bis 90°, Abduktion bis 90–100°, Außenrotation bis 20–30° bei 0° Abd.
- Kräftigung: Rotatorenmanschette mit leichten Widerständen (Theraband Stufe 1), Skapula-Stabilisation (Rhomboidei, Serratus, Trapezius)
- Kein Stütz auf dem Arm (z. B. Liegestütz-Position)
- Kein Werfen, Reißen oder abruptes Ziehen
Phase 3: Kraft- und Koordinationsaufbau (9–12 Wochen)
Ziele
- Wiederherstellung voller Alltagsfunktionen
- Verbesserung der Rotatorenkraft und Schulterblattkontrolle
- Sicheres Bewegungsausmaß
Maßnahmen
- Aktive Beweglichkeit weitgehend frei, Außenrotation vorsichtig steigern auf 45–60°
- Kräftigung konzentrisch/exzentrisch: Theraband-/Seilzugtraining, Hantelübungen (leicht, ab 0,5–1 kg)
- Propriozeption & Stabilität: Ball- und Instabilitätsübungen (z. B. Therapiekreisel, Airex)
- Stützaktivitäten langsam einführen: Vierfüßlerstand, modifizierte Liegestütze an Wand
Phase 4: Funktionelle Rückkehr (3–4 Monate)
Ziele
- Volle alltagsrelevante Schulterfunktion
- Aufbau sportartspezifischer Kraft und Beweglichkeit
Maßnahmen
- Außenrotation schrittweise bis zum individuellen Normwert steigern
- Kräftigung intensivieren: Hanteln, Seilzüge, Functional Training, Exzentrische Rotatorenarbeiten
- Geschicklichkeit / Plyometrics: Medizinball (leicht), Reaktions- und Stabilitätsübungen
- Beginn leichtes Joggen möglich
- Keine Überkopfsportarten oder Kontaktsportarten
Phase 5: Return-to-Sport (4–6+ Monate)
Ziele
- Wiedererlangen voller sportlicher Leistungsfähigkeit
- Stabile Schulter unter sportlicher Belastung
Maßnahmen
- Sportartspezifische Programme: Wurfprogression (bei Wurfsportlern), Schlagtrainingsprogression (Tennis, Volleyball)
- Maximalkraftaufbau schrittweise
- Plyometrische Übungen (z. B. Chest Pass, Overhead Throws mit Medizinball)
- Kontakt- und Kampfsportarten meist frühestens ab Monat 6–7
Zeitliche Rückkehr-Empfehlungen
| Aktivität | Zeitpunkt |
|---|---|
| Autofahren | nach 6 Wochen |
| Alltag ohne Schlinge | nach 6 Wochen |
| Kraftsport ohne Überkopf | ab 3 Monaten |
| Überkopfsport | frühestens 4–5 Monate |
| Volle Wettkampffreigabe | 5–6 Monate (kontaktsportabhängig länger) |