ANATOMISCHE SCHULTERPROTHESE
Methode
Implantation einer anatomischen Schultergelenksprothese
Dauer
ca. 90–120 Minuten
Erholungszeit
3 bis 6 Monate
Was ist eine anatomische Schulterprothese?
Die anatomische Schulterprothese ist ein künstlicher Gelenkersatz, der die natürliche Anatomie des Schultergelenks nachbildet. Sie wird bei schwerer Arthrose, ausgedehnten Knorpelschäden oder posttraumatischen Veränderungen eingesetzt, wenn gelenkerhaltende Maßnahmen nicht mehr ausreichen.
Die Prothese besteht aus zwei Hauptkomponenten: einer Kugel (metallisch) als Oberarmkopf und einer Pfanne (meist aus Kunststoff) für die Gelenkpfanne. Die Rotatorenmanschette muss für diese Form der Prothese weitgehend intakt sein.
Indikationen
- Fortgeschrittene Arthrose (Omarthrose)
- Posttraumatische Veränderungen mit Gelenkdestruktion
- Osteonekrose des Humeruskopfs
- Rheumatoide Arthritis mit erhaltenem Muskel-Sehnen-Apparat
Ablauf der Operation
- Vollnarkose oder Regionalanästhesie
- Vorderer Zugang zur Schulter über den Deltamuskel
- Darstellung des Schultergelenks, Entfernung geschädigter Gelenkanteile
- Präzise Platzierung und Fixation der Prothesenkomponenten
- Wiederherstellung der Gelenkkapsel und Weichteilstrukturen
Rehabilitation nach anatomischer Schulterprothese
Phase I (0–3 Wochen): Ruhigstellung und Wundheilung
- Armschlinge für 2–3 Wochen zur Entlastung
- Kühlung, Schmerztherapie, Lymphdrainage
- Passive Bewegungsübungen unter physiotherapeutischer Anleitung
- Vermeidung von Belastungen und aktiven Bewegungen
Phase II (4–8 Wochen): Aktive Mobilisation
- Steigerung des Bewegungsumfangs mit aktiver Unterstützung
- Muskelaufbau der Schultermuskulatur
- Stabilisierungstraining der Rotatorenmanschette
- Integration einfacher Alltagstätigkeiten
Phase III (ab Woche 9): Belastung und Funktion
- Gezielte Kräftigung der Schulter- und Rückenmuskulatur
- Verbesserung der Koordination und Gelenkführung
- Alltags- und berufsspezifisches Training
- Rückkehr zu sportlicher Betätigung nach Freigabe